Was mir diese Reise bedeutet hat ist wirklich nur sehr schwer in Wort zu fassen. Schon als Kind faszinierten mich die Länder Skandinaviens immer sehr. 2011 reiste ich das erste Mal mit einer Freundin für eine Woche nach Norwegen. Seither wusste ich irgendwann muss ich mit dem eigenen Hund dorthin zurück kommen. Norwegen mit Hund, das war so lange Zeit nicht ein Traum sondern der Traum schlecht hin. Ich hab jahrelang darauf so hingefiebert, diese Reise wirklich auf so einen hohen Sockel gehoben….und hatte immer etwas Bedenken ob sich dieser Wunsch je erfüllen wird. Mit Cindy hat sich dieser Wunsch leider nicht mehr erfüllt und warum? Weil ich ein Zerdenker bin…ich male mir schon hunderte mögliche Probleme im Kopf aus bevor überhaupt irgendein Problem eintritt…es gab hunderte Fragen, die ich nicht beantworten konnte….Kann man das einen älteren Hund zumuten, soll man wirklich diesen großen Aufwand auf sich nehmen – wenn man bei uns nur um die Ecke fahren muss, um in einer mindestens genau so schönen Landschaft zu sein…eine Frage um die andere kreisten in meinem Kopf…und so blieb der Traum eben ein Traum. Dieses Jahr war ich dann fest entschlossen das mit Norwegen erneut zu versuchen und wieder bin ich bei der Planung an einige Grenzen gestoßen, aber ich habe mich nicht mehr davon abbringen lassen. Und die Fähre einfach gebucht, obwohl wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal ein Auto hatten. Und ich sag es euch die Sache mit der Kraft der Gedanken hat was an sich….ich war einfach so überzeugt davon, dass wir noch einen passenden Camper für uns finden, dass wir wirklich nach kurzer Zeit einen gefunden haben. Jetzt musste er nur noch ausgebaut werden. Und dank meines Freundes wurde Yu-Fi zu dem perfekten Reisemobil. Es hätte wirklich nicht besser funktionieren können. Wir hatten alles was wir brauchten in Yu-Fi untergebracht. Und dann begann endlich die Planung. Ich liebe es ja zu planen, schon vor der Reise unzählige Berichte über das Land und Bücher zu verschlingen – mir Gedanken darüber zu machen – wie ist der jeweilige Berg ausgerichtet, um zu wissen ob man besser bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang Fotos machen kann…..für mich ist die Vorbereitung auf eine Reise fast genau so schön wie die Reise selbst. Ich habe mir im Vorhinein eine Route zusammengestellt mit allen Punkten die ich gerne besuchen möchte und ich muss sagen Norwegen hat meinen Plan mit seinem unvorhersehbaren Wetter ganz schön durcheinander gebracht aber ich bin mega dankbar dafür. 

Im Nachhinein muss ich schmunzeln, denn als wir die Fähre gebucht haben, sind wir natürlich auch einige mögliche Situationen durchgegangen, was ist wenn das Wetter nur schlecht ist, das mit den Hunden nicht so klappt wie wir uns das vorstellen etc…..Und so haben wir bei der Buchung des Rückreisetickets eine Stornoversicherung abgeschlossen – nur im Fall des Falles, falls wir doch früher nach Hause möchten. Denn sicher ist sicher…Tja das hätten wir uns sparen können, denn auch der viele Regen hätte uns niemals dazu gebracht die Reise vorzeitig zu beenden….im Gegenteil nach 14 Tagen, teilweise auch anstrengendem Leben, waren wir uns einig – für uns könnte die Reise noch Monate weitergehen. 5991km mit Yu-Fi und 284km mit der Fähre und jeder einzelne Kilometer war es wert um diese wunderbare Reise zu erleben. Dieses einfache Leben, rund um die Uhr mit den Hunden Zeit zu verbringen, spontan entscheiden zu können wo man übernachtet, wo man hinfährt, welche Wanderung man macht….das war für mich das aller Größte, das schönste Gefühl von Freiheit….

Anfahrt – Dänemark – Hirtshals

Gott war ich nervös als wir endlich losfuhren – gefühlt 100 Mal wurde noch der Kamerarucksack gecheckt ob auch wirklich alles mit ist und dann startete mein großer Traum. Vor uns lagen 17 Stunden Fahrt bis zum Hafen in Hirtshals. Wir starteten am Mittwoch 14. August gegen 19 Uhr und wollten gleich noch so viele Kilometer wie möglich schaffen. Nach ca. 5 Stunden Fahrt waren wir dann aber dennoch k.o. und blieben auf einer Raststätte stehen. Am nächsten Tag ging es gleich um 5 Uhr weiter. Wir fuhren direkt an der Lüneburger Heide vorbei – ich war so begeistert sogar direkt neben der Autobahn sah man überall die Heide blühen, doch für einen Stopp hatte ich nicht die Nerven – ich wollte so schnell wie möglich Dänemark erreichen. Wir kamen wirklich ohne Problem durch, ich war so froh als wie Hirtshals erreicht haben. Und für die Hunde war es das Schönste Sand unter den Füßen zu spüren. Ich liebe es zu sehen, wie sie einfach vor lauter Freude nur mehr Laufen – Lebensfreude pur. Nun hieß es einmal noch schlafen und dann geht es ab auf die Fähre. 

IMG_20190830_133142

Es geht los – Lindesnes

In Kristiansand mit der Fähre angekommen waren wir ziemlich erledigt von dieser turbulenten Schifffahrt. Mir war immer noch schlecht aber ich war heil froh, dass ich die Hunde mit an Deck hatte. Der Seegang war so extrem, dass im ganzen Schiff nur noch alles geflogen ist. Ich hätte das nicht gut ausgehalten, nicht zu wissen was bei den Hunden im Auto im unteren Deck los ist. Wir haben uns entschlossen nicht mehr allzu weit zu fahren. Erstes Ziel auf meiner Liste „die Brufjell Höhlen“. In diese Richtung ging es dann mal los. In Lindesnes gefiel es uns sehr gut und wir entschlossen uns hier zu bleiben. Es ist der südlichste Punkt Norwegens. Wir haben uns schnell etwas gekocht und danach noch die Landschaft etwas erkundet. Die Landschaft hier war toll – riesige Felsen, die ins Meer ragen und blühende Heide zwischen durch. 

Brufjell Höhlen

Am nächsten Tag ging es weiter zu meinem ersten geplanten Ziel – den Brufjell Höhlen. Es hat leider von früh morgens schon geregnet und ich muss ehrlich gestehen ich war ein bisschen verzweifelt, weil ich nicht wusste, wie wir das jemals schaffen sollen, wenn das Wetter so bleibt. Wir sind nicht an der Schnellstraße gefahren sondern entlang der kleinen Küstenstraßen. Wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr raus, am liebsten hätte ich nach jeder zweiten Kurve bereits Fotostopp gerufen. Aber ich versuchte das Ziel zu forcieren, freute mich auf die Brufjellhöhlen und hoffte das Wetter würde etwas besser werden. Und so war es auch – das wirklich Gute an Norwegen ist, das Wetter wechselt schnell – kann natürlich auch ein Nachtteil sein, denn immer wenn wir bei Sonne eine Wanderung starteten, kamen wir zu 80% in den Regen. Aber natürlich heißt es auch es regnet meistens nicht den ganzen Tag und das gab mir Hoffnung. Als wir am Parkplatz zu den Brufjellhöhlen ankamen las ich mir die Beschreibung an der Tafel noch mal durch: “…..sollte nicht bei Regen begangen werden….da die Eisenstiegen und das Kletterseil sehr rutschig sein können….” Aja, das mit den Eisenstiegen  etc. hatte ich bei meiner Urlaubsplanung wieder überlesen, somit fielen die Brufjellhöhlen ins Wasser, denn wie sollten wir Kletterpassagen mit den Hunden überwinden. Naja so haben wir trotzdem den Brufjell einfach genauer erkundet und es war wirklich traumhaft schön <3

Meer und Strandfeeling in Norwegen

Nach unserer Wanderung ging es weiter Richtung Westen entlang der Küste. Mein Freund hat sich einen Surfspot herausgesucht und den wollten wir uns noch ansehen. Mittlerweile zeigte sich sogar die Sonne. Wir besuchten ein paar tolle Strände und wollten auch unbedingt am Meer campen. Wir haben dafür, dank der Park4Night App, wieder einen ganz wunderbaren Stellplatz gefunden. Wenn man schon am Meer ist darf natürlich ein Sonnenuntergang nicht fehlen – und wir hatten richtig Glück am Abend regnete es zwar noch einmal heftig, doch rechtzeitig zum Sonnenuntergang klarte das Wetter auf. Es war eine unglaubliche Stimmung. 

Enttäuschung Preikestolen – Entdeckung des nächsten wunderbaren Ortes

Aufwachen direkt am Meer ist für mich der pure Luxus. Ich sag es euch ich hab in unserem Yu-Fi immer so gut geschlafen. Yuri lag auf dem Beifahrersitz und Finn direkt an unseren Köpfen. Somit war das Erste jeden Tag was ich sah das süße Gesichtchen von Finn und ein toller Ausblick in die Natur….ich konnte mir wirklich nicht vorstellen schöner aufzuwachen. Ich war am zweiten Tag schon etwas verwundert von mir – denn ich habe in Norwegen oft einfach nur den Augenblick genossen und nicht nur ständig Fotos gemacht. So wie an diesem Tag – wir haben uns ausgeschlafen, gemütlich gefrühstückt und uns bei besten Wetter Richtung Preikestolen aufgemacht. Generell muss man in Norwegen immer für die Fahrtzeit etwas mehr einplanen – oft muss man Fjorde mit den Fähren überqueren, oft kann man nicht die angegebene Geschwindigkeit fahren etc….so kommt es meistens zu Verzögerungen. Als wir am Parkplatz vom Preikestolen angekommen waren, war nur mehr der unterste Parkplatz frei – alle anderen waren belegt – und diese Parkplätze waren riesig, wir haben beschlossen die Wanderung nicht zu machen, da wir nicht viel davon hielten die Aussicht mit hunderten anderen Menschen zu genießen. 

Ich war schon etwas enttäuscht, aber egal wir fuhren weiter und suchten uns eine neue tolle Wanderung mit der App OUTT in unserer Umgebung. Sofort haben wir auch etwas gefunden, was mindestens genau so schön war. Als wir am Ausgangspunkt der Wanderung ankamen hat es bereits wieder geregnet. Deshalb beschlossen wir erstmal zu kochen – die Frage war nur wie? Wir fanden einen kleinen Unterstand und da haben wir dann gekocht und im Bus gegessen. Ich sags euch man wird da sehr kreativ, wenn man nur geringe Möglichkeiten hat. Das Wetter wurde besser und wir haben die Wanderung gestartet. Leider haben wir es nur bis zum ersten See geschafft, weil es wieder extrem zu schütten begann und richtig kalt wurde. Deshalb beschlossen wir umzukehren – als wir beim Auto waren hatten wir dann auch wieder Sonne 😉 Mittlerweile konnten wir ja echt schon lachen über diese Apriltypische Wetter. 

Bondhusvatnet 

Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Odda – das wäre jetzt eigentlich der Zeitpunkt die wunderbare Wanderung zur Trolltunga zu machen. Da diese Wanderung sehr weit ist, hätten wir eigentlich gedacht dort einmal zu zelten, damit es für die Hunde nicht zu viel ist und wir dann auch zur besten Zeit hinsichtlich des Lichts für Fotos dort sind. Tja es hat wieder mal in Strömen geregnet und da wollten wir eine 10 Stündige Wanderung nicht starten. 

So habe ich mich von meinen kleinen Traum die Trolltunga zu besuchen verabschiedet und es ging weiter zum nächsten Stopp dem Bondhusvatnet. Und ich sag es euch diese traumhafte Landschaft hat mich sofort wieder alles vergessen lassen 😀 

Voringsfossen

Glücklich und zufrieden bin ich eigentlich jeden Tag in Norwegen eingeschlafen. An diesem Abend war ich jedoch etwas nervös, weil ich wusste morgen geht es zu einem der schönsten Wasserfälle dieser Erde, dem Voringsfossen. Wir sind gleich früh morgens gestartet damit wir ganz früh am Wasserfall ankommen und so den Menschenmassen entgehen können. Der Anfang der Wanderung war ziemlich doof weil wir ca. 2 km nur bergab entlang der Straße gelaufen sind und es hat natürlich wieder einmal geregnet. Und ich war noch nie so froh wie an diesem Tag, dass es geregnet hat, denn so hatten wir dieses Naturschauspiel ganz für uns allein. Unglaublich oder nur mein Freund, ich und die beiden Hunde und sonst keine Menschenseele. Dieser Wasserfall mit seiner Falltiefe von 163m ist wirklich phenomenal, da fehlen einem die Worte. Aber überzeugt euch selbst – ein paar Fotos konnte ich zum Glück machen. 

Norwegen das Land der Wasserfälle

Autofahren in Norwegen ist sensationell, man fährt einfach ständig durch großartige Landschaften und kommt durch Zufall an tausenden Wasserfällen vorbei. Als wir weiter Richtung Nearoyfjord gefahren sind kamen wir an insgesamt 3 wunderbaren Wasserfällen vorbei. Bei einem mussten wir einfach einen Stopp einlegen. An diesem Tag wollte ich auch meine bereits gemachten Bilder auf die externe Festplatte sichern. Natürlich war ich neugierig und musste ein paar Bilder kurz sichten. Und dann fiel ich fast um, auf all meinen Bildern waren auf der linken Seite Streifen durchs Bild. Ich war wirklich fast am verzweifeln bis ich bemerkte – es ist nur der Bildschirm meines Laptops kaputt – dann war die Welt wieder in Ordnung. 

7.1

Naeroyfjord

Norwegen hat mich nicht nur um die wohl schönste Erfahrung reicher gemacht, sondern mir auch einiges gelehrt. Zum Beispiel sei spontan und lass die Reise ihren Lauf nehmen. Nach dem Voringsfossen wusste ich mal nicht so wirklich wo wir als nächstes hinsollen. Die Trolltunga hatte meinen Zeitplan etwas durcheinander geschmissen. Wir waren ja jetzt eigentlich zu früh dran und konnten aber an diesem Tag nicht mehr ganz so lange bis zum nächsten Stopp fahren. So haben wir spontan am Naeroyfjord angehalten. Und dieser spontane Aufenthalt war definitiv eines meiner Highlights dieser Reise. Ich war sozusagen auf meiner eigenen kleinen Trolltunga völlig ungeplant einfach vom Zufall geleitet. 

Hardanger Vidda

Hardanger Vidda oder wie wir sie nennen  “eine andere Welt”. Diese Hochebene zu überqueren war wirklich spektakulär – man kommt sich vor als würde man sich auf einem anderen Planeten befinden. Es begegnet einem so gut wie auch kein anderes Auto, darum kommt man sich noch mehr verlassen vor. Ich kann diese einzigartige Landschaft kaum beschreiben, Abschnitte bestanden einfach aus hunderten von Felsblöcken mit grauem Moos überzogen….es sah irgendwie alles wie ausgestorben aus und trotzdem war es so faszinierend. Andere Abschnitte bestanden aus leuchtenden roten Moorgras und vielen kleinen Seen – es war landschaftlich einfach so vielfältig. Leider war es dort oben übelst kalt und es ging ein extremer Wind, deshalb wurden nur ganz schnell ein paar Fotos gemacht. Mein Lieblingsmotiv auf der Hardanger Vidda war aber trotzdem diese endlos wirkende Straße. 

Nationalpark Jostedalsbreen

Die Anfahrt in den Nationalpark war wirklich schon ein kleines Abenteuer, extrem schmale Straßen, extrem enge Tunnel ohne Licht und eine Fahrt ins Nirgendwo, aber uns gefiel es. Wir konnten direkt im Nationalpark campen an dem Gletscherfluss mit Blick zum Gletscher, das hat man ja nicht jeden Tag. Geplant war die Wanderung zum Gletscher Austerdalsbreen. Wir hatten dort keinen Empfang mehr und ich konnte mich nur mehr wage an die Wegbeschreibung erinnern, aber ich wusste noch man musste eine Brücke überqueren und dann den Fluss entlang wandern. Naja und da gabs ja nur die eine Brücke…..und der Gletscher lag direkt vor uns – konnte ja nicht so schwer zu finden sein. Steinmännchen waren ein paar vorhanden, Wegmarkierungen sah man so gar keine, der Weg war auch nicht wirklich ersichtlich…es kam uns ja schon etwas komisch vor aber es irritierte uns lange nicht. Wir waren schon gut 2 Stunden unterwegs und eigentlich sollten wir dann schon laut der Wegbeschreibung, die ich im Kopf hatte am Ziel sein, doch der so nah wirkende Gletscher war immer noch ewig entfernt. Der Weg der zu Beginn noch etwas ersichtlich war, war nun auch nur mehr eine Wiese und vor uns war ein ganz niedriger Wald aus kleinen Birkenbäumen. Da es viel geregnet hat liefen überall Bäche die ersten 4 haben wir noch durchquert ohne Schuhe im eisigen Wasser aber die Bäche wurden zunehmend größer und größer und irgendwie hatten wir jetzt kein gutes Gefühl mehr und sind umgekehrt. Weil mir das ewige Schuhe ausziehen auf die Nerven ging beschloss ich einfach mit den Schuhen durch das Wasser zu laufen – fataler Fehler wie sich am Abend herausstellte. Als wir wieder am Auto ankamen haben wir ein Wegweiser Schild entdeckt wir sind wirklich falsch gegangen und hätten erst im nächsten Tal einbiegen sollen. Naja für mich viel dann die morgige Wanderung zum richtigen Austerdalsbreen Gletscher ins Wasser, weil ich durch die nassen Schuhe so sehr darin rutschte, dass ich an beiden Füßen riesige Blasen hatte. 😉 Aber dennoch hatten wir eine wunderbaren Tag im Nationalpark. 

Lovatnet 

Der Lovatnet See stand ganz oben auf meiner Liste bei den Plätzen, die ich unbedingt besuchen wollte. Mit seiner einzigartigen Färbung hat mich dieser See einfach in den Bann gezogen. Bei der Planung wusste ich jedoch gar nicht ob wir es soweit in den Norden schaffen würden, umso glücklicher war ich, dass wir es geschafft haben. Wir konnten direkt am See campen und uns dort auch ein Boot ausborgen. Das war ja mein absoluter Traum – Bootfahrten mit den Hunden in Norwegen. Mein Freund hatte keine Lust, darum sind wir allein los. Ich hab schon mal ein Boot gerudert wusste jedoch nicht mehr wie schwierig es ist in die gewünschte Richtung zu rudern. Aber es begann alles ganz gut wir sind auf den See gerudert haben schöne Bilder gemacht, beide Hunde haben super mitgemacht. Und dann passierte es, ich hab ein Ruder verloren, wollte noch danach greifen, aber es trieb zu schnell weg und ich konnte mich nicht weiter aus dem Boot lehnen sonst wären wir umgekippt. So konzentriert auf das verlorene Ruder, vergas ich das andere und ich konnte gar nicht so schnell schauen, war auch das Zweite weg. Kurz hatte ich Panik, aber ich war ja nicht so weit weg – also rief ich meinen Freund um Hilfe. 😉 

Der nette Mann vom Campingplatz kam mir dann zu Hilfe und brachte mir beide Ruder wieder. Hihi ich muss heute noch lachen, war schon etwas peinlich, aber das bleibt bestimmt eine Geschichte, an die ich mich immer gerne zurück erinnere.

Insel Runde

Vom Lovatnet führte unsere Tour weiter bis an die Westküste zur Insel Runde. Die liebe Maria hat uns diese empfohlen und da das Wetter wieder mal sehr regnerisch war, haben wir uns dazu entschieden etwas weiter zu fahren. Und es war die Reise auf jeden Fall wert, die Insel war einfach traumhaft. Wir haben einige Vögel dort gesehen, leider die tollen Papageientaucher nicht. Und wieder einmal war ich ganz dankbar über das regnerische Wetter, denn seht euch mal diese unglaublich tolle Stimmung an 😀 

Romsdalseggen

Von der Insel Runde ging es wieder zurück ins Landesinnere zum Berg Romsdalseggen. Hier machten wir eine wirklich tolle Wanderung mit wunderschöner Aussicht bevor wir uns die bekannten Trollstigen ansahen. Sollte man auf jeden Fall gesehen bzw. befahren haben ein wirklich abenteuerliche Straße. Von dort aus haben wir unsere nächste Wanderung gestartet. Sehr kurz aber ordentlich steil – es hat sich aber wie immer mehr als gelohnt. 

Geiranger Fjord 

Direkt am Geiranger Fjord haben wir uns wieder einmal einen Campingplatz gegönnt, musste zwischendurch auch mal sein um wieder duschen und Haare waschen zu können und ich sag es euch so eine warme Dusche ist da wirklich Goldes wert. Der Geiranger Fjord ist einer der bekanntesten in Norwegen und zählt zum Unesco Weltnatur Erbe. Den wollten wir uns am nächsten Morgen natürlich auch von oben noch einmal etwas genauer ansehen und es war wirklich ein gigantischer Ausblick. Weiter führte die Reise zur Dalsnibba. Man kann hier ziemlich weit hoch fahren, man muss jedoch dafür Maut zahlen und das nicht wenig. Wir haben kurz überlegt ob wir das machen wollen, da es schon wieder regnete aber ich wollte es einfach versuchen. Dieses Mal war das Glück nicht auf unserer Seite, denn oben auf der Dalsnibba angekommen, stürmte es und zwischendurch hat es sogar leicht geschneit. 

Jotunheimen Nationalpark

Tipp: Unterschätze nie Entfernungen auf der Karte. Im Jotunheimen Nationalpark hatte ich mir 3 fixe Ziele eingetragen: Sognjefellsvegen, Beseggen, Vettisfossen. Das sollte ja in 2 Tagen machbar sein – wäre es wohl auch wenn man fliegen kann, tatsächlich ist es aber oft so, dass man aufgrund der Berge, Flüsse, Fjorde große Umwege fahren muss und so Stunden unterwegs ist. Deshalb musste ich mich für ein Ziel entscheiden. Es fiel auf die Gratwanderung am Beseggen. Wir kamen schon Mittag an und wollten noch die Gegend erkunden und sahen dann wie viele Menschen diese Gratwanderung machen – also überlegten wir uns ein anderes Ziel – denn so eine lange Wanderung mit so vielen Menschen zu machen – darauf hatten wir wenig Lust und so haben wir uns einen umliegenden Gipfel ausgesucht. Und es war die richtige Wahl, denn so durften wir wieder einmal ganz alleine die wunderbare Aussicht genießen. 

Steindalsfossen

Nach 2 tollen Tagen im Jotunheimen Nationalpark, wo wir übrigens auch unser erstes Rentier gesehen haben, ging es für uns weiter zurück in Richtung Süden. Unser nächster Stopp war der Steindalsfossen. Ein wirklich wunderschöner Wasserfall, jedoch in der Mitte eines Dorfes. Wir entschlossen uns hier direkt am Hardangerfjord zu übernachten. In Norwegen kann man an vielen Straßen an kleinen Ständen frisches Obst kaufen – das ist so genial. Wir haben uns Pflaumen gekauft, unseren Stellplatz gesucht und zu Abend gegessen. Und dann kam der Schock – beide Hunde hatten am ganzen Körper fingernagelgroße Blutergüsse. Ich machte mir riesig Sorgen, hab sofort meinen Tierarzt angerufen, wirklich weiter helfen konnte mir dieser auch nicht, aber er hat auch gemeint wahrscheinlich ist es ein Insekt, was diese Blutergüsse auslöst. Ich entschied mich ruhig zu bleiben und eine Nacht darüber zu schlafen und wenn es nicht besser ist zum nächste Tierarzt zu fahren. Am nächsten Tag sah man eine deutliche Besserung nach 2 Tagen waren sie komplett weg. Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass es in Norwegen eine Gelse gibt, die diese Blutergüsse auslöst, ist aber nicht weiter tragisch. Also keine Panik, falls ihr mit Hund in Norwegen seid 🙂 

Am Hardangerfjord hatten wir dann einen ganz wundervollen Sonnenaufgang und der wurde natürlich genutzt um Fotos zu machen. 

Preikestolen die Zweite

Weder die Trolltunga noch der Preikestolen gingen mir während der Reise aus dem Kopf, deshalb hab ich mich entschlossen zurück zum Preikestolen zu kehren und die Wanderung einfach ganz früh zu starten. Wir kamen schon gegen Mittag in der Region an und hatten daher noch Zeit für eine Wanderung. Dazu haben wir wieder unsere schlaue App gefragt und eine richtig tolle Wanderung gefunden. Und wieder mal hatten wir die gesamte Wanderung für uns ganz alleine und ich muss euch wirklich sagen, wäre es mit dem Preikestolen am nächsten Morgen nichts geworden wäre es egal gewesen, denn diese Wanderung war mindestens genau so schön. 

Am nächsten Morgen war das Wetter wieder schön und so haben wir uns auf den Weg zum Preikestolen gemacht. Die Wanderung ist wirklich wunderschön. Angekommen am Gipfel, waren nur 6 andere Personen dort. Es war Ein Traum dieser Felsen, diese gigantische Aussicht – einfach atembraubend. Ich wollte unbedingt ein Foto von einem der Hunde am Preikestolen – ganz viel Landschaft und kleiner Hund. Ich wusste ja, Finn hat es oft nicht ganz so mit der Höhe und darum hab ich meinen Freund gebeten mit Yuri an den Felsvorsprung nach vorne zu gehen, damit ich ein Foto machen kann. Und Yuri hatte fürchterliche Angst, deshalb versuchten wir es mit Finn und der posierte da selbstsicher wie ein König auf seinen Thron ich war so stolz und gleichzeitig dankbar, dass ich dieses Foto machen konnte. Die Rückwanderung war nicht mehr ganz so schön, viele Menschen sind hoch gewandert und waren ganz verwundert warum wir schon wieder den Rückweg antreten. Der letzte Kilometer war dann wirklich der Horror, sowas  habe ich noch nie gesehen, gefühlt 1000 Menschen. Ich war echt froh wieder im Tal zu sein. 

Weiter Richtung Süden

Der letzte Abschnitt unserer Reise gestaltete sich etwas spontan – wir fuhren einfach wieder zurück Richtung Kristiansand und schauten uns auf der Karte an, was noch so am Weg liegt. Wir besuchten noch den Manafossen, die Gloppedalsura und machten die Wanderung zum Trollpiken. Für unsere letzte Übernachtung suchten wir uns noch einmal einen schönen Campingplatz am Meer, und zwar in Sandnes. 

The End

Tja das war unsere Reise – ich hoffe der kleine Einblick hat euch gefallen. Falls ihr auch mal vor habt in den Norden zu Reisen hab ich hier noch ein Paar Tipps für euch:

Die 3 wichtigsten Utensilien neben der Kamera, waren definitiv :

  • die Dryup Capes für die Hunde, wir wurden an ca. 11 Tagen von 14 täglich nass, die Hunde waren mit den Dryup Capes sofort trocken und machten so auch den Bus nicht nass.
  • die Standheizung, ohne die hätten wir unsere Sachen nie und nimmer mehr trocken gebracht, die Sonnenstunden und Temperaturen waren zu gering um nasses Gewand wieder trocken zu bekommen
  • Gute Outdoorkleidung – man darf das Wetter in Norwegen nicht unterschätzen auch die Temperaturen im Sommer nicht. Am wichtigsten sind wirklich wasserfeste Schuhe, da viele Wanderungen durch Moorlandschaften führen und man somit auch leicht nass wird wenn es mal nicht regnet

Die beiden wichtigsten Apps: 

  • OUTT Wanderapp
  • Park4night 

Für die Fotografen: 

  • meine immerdrauf Linse war das Sigma 14-24mm 2.8, mit dem Objektiv sind 90% der Aufnahmen entstanden
  • Wasserfester Kamerarucksack
_DSC0084
Visits: 395