Im Jahr 2014 habe ich mein erstes Fotoprojekt gestartet zudem ich auch meinen ersten Kalender drucken ließ. Das Thema war „Graffiti Dogs“. Ehrlich gesagt keine Ahnung wie ich auf das Thema kam, aber wahrscheinlich wollte ich einfach so viel Farbe wie möglich in mein Leben bringen. Dieses Projekt, die Planung, die Umsetzung, das Kennenlernen so lieber neuer Menschen hat mich damals eine schwierige Zeit wirklich super überstehen lassen. Seither starte ich regelmäßig Fotoprojekte zum einen um meine Kreativität zu fördern zum anderen um mich auch in „schwierigeren“ Zeiten zu etwas zu motivieren. Bei mir ist das nämlich so, habe ich große Sorgen schränkt das leider oft meine Kreativität immens ein – da ist nichts mehr mit einfach mit den Hunden losziehen und dort und da ein paar schöne Fotos machen. Da brauche ich konkrete Vorstellungen wie ich was umsetzen möchte. 

Und ich sag euch eines, es gibt nichts Schöneres als das eigene fertige Projekt in den Händen zu halten. 

Ein Fotoprojekt hat einfach so viele Vorteile. Für mich ist es ein wunderbarer Ausgleich zu meinen normalen Fotoshootings und ich glaube meine Fotoprojekte sind der Hauptgrund warum ich mir meine Kreativität bewahren kann. Aber der wohl größte Vorteil ist, dass man sich dadurch enorm in der eigenen Fotografie weiterentwickelt. Da man viel bewusster an die Fotografie heran geht. Man weiß eigentlich schon vorab welche Location, welcher Hund, welche Pose, welche Licht- oder auch Wetterstimmung. 

Man wartet auf den speziellen Moment und das vielleicht Monate. Das geplante Ergebnis wird grandios sein und nicht weil man durch Zufall am richtigen Ort das perfekte Hundemodel ablichten konnte. Nein weil man das perfekte Foto bereits im Kopf erschaffen hatte und dann alles daran gesetzt hat, es auch so gut wie möglich umzusetzen.

Fotoprojekte lassen einen wachsen und wisst ihr warum? Weil sie uns mit dem ein oder anderen Motiv an unsere Grenzen führen werden. Das tolle an einem Fotoprojekt ist, man hat das fertige Bild im Kopf und natürlich das perfekte Bild….und das wird auf Anhieb nicht immer so leicht umzusetzen  zu sein. Man lernt alles genauer wahrzunehmen, man schult seinen Blick enorm, beginnt auf Kleinigkeiten zu achten, muss reflektieren warum der Versuch gescheitert ist. Und das alles wird euch und eure Fotografie auf ein ganz anderes Level bringen. 

Ich habe vor allem aus meinem erste Fotoprojekt gelernt, dass eine gute Planung das Projekt um einiges erleichtert und man vor allem viel effektiver und zielgerichteter vorgeht. Man braucht ein konkretes Ziel vor Augen sonst beginnt man sich in Fotoserien zu verstricken, die letztendlich nicht mehr viel mit dem geplanten Thema zu tun haben und die dann doch wieder eher mehr Produkte des Zufalls sind. 

Aber wie startet man ein Fotoprojekt oder wie wählt man eigentlich ein Thema aus? 

Hierfür kann ich euch ein paar Tipps geben. Überlegt euch ein Thema, das euch besonders am Herzen liegt, das für euch wichtig ist und zu eurer Fotografie passt (z.B.: City Dogs, Adventure Dogs, Hunde in allen Jahreszeiten, Lachende Hunde, Hundefreundschaften‚.… ). Greift ein Thema auf, das eine bestimmte Art de Fotografie betrifft, die ihr schon immer mal versuchen wolltet aber noch nie damit begonnen habt (zb. Weitwinkel Fotografie, Schwarz/Weiß Fotografie…). Oder nutzt ein Thema, wohinter eine spezielle Aussage steht (zb.: Adopt don´t shop, Hunde mit Behinderung, Alte Hunde….) 

Das Thema meines aktuellen Fotoprojektes ist der Wald in Kombination mit Hunden. Der genaue Titel steht zwar schon fest aber wird noch nicht verraten ;). Für mich sind Wälder immer schon so faszinierende Orte gewesen, sie strahlen einfach eine ganz eigne Energie aus, sie verleihen so viel Ruhe und haben einen ganz besonderen Zauber. Und diesen Zauber versuche ich seit Jahren schon einzufangen und hab es einfach nie so umsetzen können wie ich wollte. Und deshalb habe ich das Thema Wald zu meinen Fotoprojekt gemacht, zum einen weil mich Wälder faszinieren zum anderen, weil sie mich beim Fotografieren immer schnell an meine Grenzen bringen. Ich sehe ein Motiv und kann es nicht so auf das Bild bringen, wie ich gerne möchte und das soll sich nun ändern 😉 

Ich möchte euch hier jetzt kurz erläutern wie ich dabei vorgehe. Und zwar beantworte ich zu Beginn folgende Fragen: 

  1. Was ist das Thema meines Fotoprojektes? Nur das Thema definieren – den ganz konkreten Titel kann man sich auch später überlegen, meistens ergibt sich dieser auch von ganz allein – sobald die ersten Bilder dazu entstanden sind
  2. Welche Art der Fotografie soll dabei zum Einsatz kommen? Welche Objektive nutze ich? Welchen Stil soll die Fotoreihe bekommen? 
  3. Welche Models benötige ich? Nehme ich das Projekt nur mit dem eigenen Hund auf, suche ich dafür ganz spezielle Charakterhunde? 
  4. Wie sollen die Bilder bearbeitet werden? Welcher Look soll angewendet werden um das Thema noch einmal mehr zu unterstreichen? (Diese Frage kann man auch später beantworten, doch sollte der Bearbeitungssti auch klar festgelegt sein, damit man wirklich eine einheitliche Serie erstellt) 
  5. Wie soll das Endprodukt aussehen? Zu schade wäre ein Fotoprojekt, dass nicht auch entwickelt wird. Überlegt euch, wie ihr eure Bildserie auch ausarbeiten lassen wollt. Kalender, Fotobuch, Druck auf ein spezielles Papier, was die Wirkung des Themas noch unterstreicht….

Im nächsten Schritt erstelle ich mir eine Mindmap, schreibe das Thema in die Mitte und danach einfach alles drauf was mir zu Beginn einfällt. Gerne auch konkrete Ideen, aber einfach auch bestimmte Dinge, die man einfach mit dem Thema assoziiert. Spätestens nach der Mindmap Erstellung, habt ihr bestimmt schon die ersten konkreten Fotomotive im Kopf. Und dann könnt ihr mit der Recherche und Dokumentation beginnen. 

Zum Beispiel: Suche nach den geeigneten Models, geeigneten Locations, Requisiten falls nötig….

Ihr könnt euch auch auf Pinterest, Instagram, 500px inspirieren lassen und einfach nach eurem Thema suchen. Haltet die Augen wenn ihr in der Natur seid offen um eventuell die passende Location zu finden und macht davon mit dem Handy ein Foto. Legt euch am besten ein Dokument oder kleines Büchlein an, wo ihr immer wieder all eure neue Gedanken, Ideen aufschreiben könnt 🙂 

Erstellt eine Liste mit jedem Fotomotiv und beantwortet euch folgende Fragen:

  • Wo soll das Foto aufgenommen werden?
  • Welche Lichtstimmung ist dazu nötig? 
  • Welches Hundemodel hätte ich gerne? 
  • Wäre eine bestimmte Position des Hundemodels schön? 
  • Soll es zu einer bestimmten Jahreszeit entstehen?
  • Brauche ich ein bestimmtes Wetter?

Wichtig: setzt euch nie unter Druck, man braucht auch nicht auf Anhieb alle Motive im Kopf haben, diese kommen von ganz allein mit der Zeit. Und auch wenn mal ein Motiv aus irgendeinen Grund nicht geklappt hat, versucht es wieder oder seit natürlich auch trotzdem während des Fotoshootings so spontan, dass ihr euer Wunschmotiv einfach etwas an die Gegebenheiten anpasst. Wenn man mit Tieren arbeitet weiß man natürlich nicht immer genau wie die Umsetzung funktionieren wird. Nehmt die Situation einfach an und macht noch das Beste draus. 

Mein derzeitiges Fotoprojekt “Wald” enthält 2 Motive, die wahrscheinlich auch aufgrund der derzeitigen Situation nicht umsetzbar sind, da ich dazu Österreich verlassen müsste. Aber ich fixiere mich jetzt nicht darauf, entweder ich finde eine entsprechende Alternative oder auch nicht. Denkt daran niemand weiß wie viele Fotomotive und welche ihr euch vorgenommen habt, am Ende sehen alle nur das fertige Projekt und werden nicht wissen, das ein Wunschmotiv fehlt. 

Das Projekt soll euch auf keinen Fall mehr Stress als Spaß machen. 🙂 

Also dann legt mal los – ich hoffe mit diesen Tipps fällt es den ein oder anderen etwas leichter an sein eigenes. Fotoprojekt heranzugehen. 

Ich würde mich freuen wenn ihr mich von eurem Fotoprojekt wissen lässt und würde gerne auch eure Projekte dann auf Instagram teilen. 

Ich habe euch noch ein paar Bilder meines ersten Fotoprojektes aus dem Jahr 2014 angehängt. Und möchte euch noch kurz die Ideen dahinter schildern. Das erste Foto verkörpert eigentlich 2 meiner Bildideen in einem. Ich wollte einen Hund der mit dem Graffiti durch die gleiche Farbgebung und Struktur verschmilzt und ich wollte einen weiteren Hund der es schafft entlang der Graffiti Wand zu laufen. Ich wollte einen Hund, und da war mir ganz klar das muss ein Goldie sein, der Lebensfreude in Zusammenhang mit einem sehr farbenfrohen Graffiti zeigt. Des Weiteren wollte ich noch Accessoires wie Einkaufswagen, Skateboard oder Reifen miteinbeziehen und für diese Umsetzung musste ich zum Beispiel ganz genau schauen, welche Hundemodels ich hierfür nehme, denn nicht jeder Hund setzt sich in einen Einkaufswagen oder kann das Kommando “Kopf ablegen” 😀